Herren

Piding wie der FC Bayern 1999


Waging. War das eine verrückte Partie im Wilhelm-Scharnow- Stadion: Der ASV Piding hat im Gastspiel der Fußball-Kreisliga 2 beim TSV Waging schon wie der sichere Sieger ausgesehen, doch in der Nachspielzeit machten die Schützlinge von Seerosen- Trainer Sepp Aschauer aus einem 1:3-Rückstand noch ein 3:3- Remis. Während sich die Pidinger fast vorkamen wie der FC Bayern im Champions-League-Finale 1999 gegen Manchester United, feierten die Gastgeber einen am Ende glücklichen Punkt. Damit bleibt das Team von ASV-Coach Viktor Kastner weiterhin sieglos in der unteren Tabellenregion kleben. Nach anfänglichem Abtasten ging Waging früh in Führung: Bernhard Mühlbacher spielte quer zu Phil Parthum, dessen Schuss – noch abgefälscht von einem ASV-Akteur – unerreichbar für Keeper Daniel Miethsam zum 1:0 im Netz landete (12. Minute).
Waging hätte nachlegen können, doch Parthum visierte das Aluminium an, und Bernhard Mühlbacher – der sich dann ohne Fremdeinwirkung am Knie verletzte – vergab zwei gute Möglichkeiten. „Gar nicht mal unverdient hat Piding dann das Spiel gedreht, weil wir zu viele Fehler gemacht haben“, analysierte Aschauer. Er räumte ein, dass nach Mühlbachers Verletzung „bei uns ein Bruch im Spiel war – er ist ja auch ein wichtiger Mann“.
Noch vor der Pause scheiterte Hansi Freimanner nach einem schönen Konter am toll reagierenden TSV-Schlussmann Maxi Bösch (44.), doch im zweiten Durchgang klingelte es dann gleich dreimal im Seerosen-Gehäuse.
Beim 1:1-Ausgleich profitierte Hansi Freimanner nach einem weiten ASV-Schlag von einem Missverständnis zwischen Bösch und Niklas Maier, umkurvte den Waginger Goalie und beförderte das Spielgerät über die Torlinie (52.). Dann schlossen Manuel Maske und wiederum Freimanner jeweils einen Konter zum 2:1 (65.) und 3:1 (69.) ab.
Der erste Sieg seit dem Wiederaufstieg in die Kreisliga schien für Piding zum Greifen nah, doch Aschauers Umstellungen – er schob Sebastian Schilling nach vorne und wechselte auch noch Niko Maier ein – ließen den Druck aufs ASV-Tor immens werden. In der Nachspielzeit klingelte es dann doch noch im Pidinger Kasten – und das sogar doppelt: Andi Kamml war nach einer Flanke im Getümmel zur Stelle und drückte die Kugel zum 2:3 ins Netz (91.). Dann wurde TSV-Kapitän Manuel Sternhuber schön freigespielt und schob aus etwa vier Metern das Leder zum, von den Seerosen, enthusiastisch umjubelten 3:3-Endstand ins Netz (92.).
„Unser Anspruch wäre eigentlich schon, dass wir gegen Piding gewinnen. Doch unter diesen Umständen sind wir natürlich auch mit dem einen Punkt zufrieden“, so Aschauers Fazit.

Quelle: Reichenhaller Tagblatt

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