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ASV geht im Pidinger Regen baden


Piding. „Wunder von Bern“-Wetter pünktlich zum Kreisliga- Debüt der Pidinger Fußballer nach exakt einem Jahrzehnt: Die Wolken-Schleusen öffneten sich um Punkt 15 Uhr und ließen Starkregen auf das Startduell des ASV gegen den SV Kay herniederprasseln. Das hatten sich die Violetten freilich anders vorgestellt, der besondere erste Nachmittag in der höheren Liga hätte ein sonniges Fest werden sollen. Am Ende störte aus Gastgebersicht auch noch das Ergebnis – 0:3. Neidlos musste der Kreisklassen-Meister das routinierte, ja fast schon abgebrühte Agieren des Kreisliga-Dauerbrenners aus dem Landkreis Traunstein anerkennen. Gab es in der vergangenen KK4-Saison keine einzige Heimniederlage zu notieren, erwischte es den Aufsteiger also gleich zum Auftakt. Die wenigen Zuschauer – nur rund 70 waren gekommen – sahen dabei deutlich, wieviel Luft Piding noch über sich hat. Einem „Neuzugang“ verschaffte ASV- Coach Viko Kastner ein Startelfdebüt: Der von der eigenen Jugend aufgerückte Moritz Reichl machte seine Sache bis zur seiner Auswechslung in Minute 65 sehr ordentlich.
Kay nahm vom Anpfiff weg das Heft in die Hand und zeigte den Platzherren, welch scharfer Wind in dieser Kreisliga-Gruppe 2 weht. Die ASV-Crew ging zunächst mit zu viel Demut an die Sache und lief dem Ball erstmal hinterher. Und nach lediglich vier Minuten wurde es bereits doppelt brenzlig: Zwei Ecken des wendigen Lukas Wembacher, der in der Sommerpause vom ESV Freilassing zu seinem Heimatverein nach Kay zurückgekehrt war, brachten höchste Gefahr. Die erste Standard köpfte Michi Fuchs auf den glänzend parierenden Pidinger Goalie Matthias Frauenlob, der von Coach Viko Kastner erstmal das Startelf- Vertrauen erhalten hatte – Daniel Mietsam fehlt aufgrund einer Fortbildung im Juli noch das nötige Training. Eckball zwei köpfte der große Innenverteidiger Daniel Krautenbacher völlig frei Zentimeter übers Gebälk.
Bis zum ersten Kreisliga-Torschuss des Aufsteigers dauerte es geschlagene 20 Minuten: Hansi Freimanners guter 18 Meter- Versuch strich knapp links vorbei. Kurz drauf musste Viko Kastner früh einen verletzungsbedingten Wechsel vollziehen: Xaver Wachs kam für Stefan Beranek (27.), der einen schmerzhaften Schlag auf die Patellasehne wegzustecken hatte. Zweimal konnte Frauenlob das glitschige Leder erst im zweiten Versuch bändigen, die raffinierten Wembacher-Schüsse hatten es aber auch in sich. Frauenlob und Routinier-Verteidiger Engelbert Koch retteten schließlich in Gemeinschaftsarbeit gegen den zweimal einschussbereiten Thomas Krautenbacher (36.), ehe auf der anderen Seite eine brüderliche Co.-Produktion fast das ASV-1:0 gebracht hätte: Flanke Pepe Freimanner auf Hansi, Direktabnahme, knapp drüber (38.). Erstaunlich: Fast alle Pidinger Offensivbemühungen liefen über rechts, während der links stets völlig freie Michi Flatscher vergeblich Bälle forderte.

0:1 mitten in ASV-Drangphase

War der torlose erste Durchgang klar an Kay gegangen, bekam Piding nach Wiederanpfiff deutlich Oberwasser – und wurde dafür bitter bestraft. Zunächst vergab Hansi Freimanner nach zwei Sololäufen aussichtsreich, dann ertönte der Elfmeterpfiff: Kays Keeper Christoph Pöhlmann – nach der verpatzten Kreisklassen-Relegation mit A-Klassist Leobendorf stieg er persönlich nun gleich zwei Ligen auf und erhielt von Coach Alexander Götzinger sofort das Vertrauen – hatte Manuel Maske von den Beinen geholt. Pepe Freimanner trat an, schoss sehr gut, doch Pöhlmann machte es noch besser und hechtete die Kugel aus dem Eck (54.). Wie „doppelt gemein“ Fußball hie und da ist, mussten die Gastgeber nur drei Minuten drauf verkraften – denn statt 1:0 stand‘s mitten in die Pidinger Drangphase hinein plötzlich 0:1. Der Schuss des völlig freien Johannes Grösslinger wäre womöglich sogar vorbei gegangen, doch vom Abwehrbein Georg Wiesers sprang die Kugel für Frauenlob unhaltbar ins linke Eck (57.). Ausgerechnet für den besten Kayer an diesem Gewitter-Samstag fühlte sich im ASV-Verbund selbst in der Folge niemand so richtig verantwortlich. Der das Leder stets eng führende Mittelfeld-Motor konnte machen was er wollte – nach einer Stunde fast das 0:2, der Außenpfosten rettete für Piding.
Die Gäste fanden wieder ihren Rhythmus, das 0:2 war folgerichtig, durchaus verdient und vorentscheidend: Beim Angriff des Tages wartete der einmal mehr nicht angegangene Grösslinger perfekt den richtigen Moment für seinen Lochpass in die Tiefe ab, ehe Torschütze Tobias Wolferstetter sicher im Abseits gestanden wäre – die Kugel rauschte sehenswert von rechts abgefeuert ins entlegene Kreuzeck (78.). Mit der Sicherheit des Spielstandes im Rücken zelebrierte Kay nun einen kleinen Spielrausch, dem Piding nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Ansatzlos – und dadurch für Frauenlob überraschend – setzte Wolferstetter die Kugel mit einem Drehschuss haltbar aus 14 Metern ins kurze Eck – 0:3 (86.).
Die Sache war durch, überpünktlich pfiff Referee Josef Ramsl ab. Er hatte die Partie mit seinen Assistenten Tobias Kastenhuber und Ludwig Ofner geleitet – die Kreisliga kommt nun in den Genuss von Linienrichtern, auch für die Pidinger war das eine absolute Premiere. Diese fasste Viko Kastner prägnant-passend zusammen: „Ordentliches Spiel von uns gegen einen abgezockten Gegner, Ergebnis jedoch zu hoch.“

Quelle: Reichenhaller Tagblatt - Bittner

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